Vortrag und Diskussion mit Sigbert Wolf: Antisemit, das geht nicht unter Menschen
Eine der bedrückendsten, offenen Flanken' innerhalb der anarchistischen Szene ist die auch nach der Shoah unzureichende Reflexion über den Antisemitismus, der fälschlicherweise unter dem Begriff, Rassismus' subsumiert wird. Hierbei wird übersehen, dass sich Judeophobie bis heute - besonders im deutschsprachigen Raum - als eine eigenständige Diskriminierungs- und Unterdrückungsform erweist.
Antisemitismus ist die älteste, uns bekannte Erscheinungsform der Gruppenfeindschaft. Zu den judenfeindlichen Typologien zählen religiöser, sozialer, kultureller, ökonomischer, nationalistischer, rassistischer, eliminatorischer und israelbezogener Antisemitismus, letzter wird besonders in linkspolitischen Milieus, im Wissenschafts-und Kulturbetrieb in akademisch gebildeten Bevölkerungskreisen vertreten. Das Thema Israel und Nahostkonflikt sowie wird vermeintlich als, kritische Auseinandersetzung" behandelt, tatsächlich verbreitet werden allerdings nicht selten judenfeindliche Stereotype und israelfeindliche Ressentiments.
Der Vortrag behandelt Antisemitismus/Antizionismus innerhalb des Anarchismus aus libertärer Perspektive.